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[anonym] unregistriert
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.... ein Thema, das mich sehr beschäftigt.
Ich kenn nicht die Gründe, warum Frauen ihre Babies abtreiben lassen,
ich will auch nicht verurteilen, wo ich nicht weiss,
was ich zum Ausdruck bringen möchte, ist einfach nur,
mein Unverständnis darüber, ich kanns nicht verstehen.
Ich hätte alles dafür getan, das Leben meines Babies zu retten,
hätte mein Leben gegeben, damit mein Baby leben kann,
die Entscheidung haben andere für mich getroffen, über mich hinweg,
haben mich gerettet und mein Kind dafür geopfert.
Woher nahmen die Ärzte und meine Mutter sich dieses Recht?
Warum wurde ich nicht gefragt, ich war alt genug. Ich hätte mich für mein Baby entschieden. Ihm die Chance gegeben zu leben, zu wachsen, zu lernen, zu wissen und zu verstehen.
War es die Angst vor Verantwortung, die sie zu dieser Entscheidung trieb?
Die Angst, den Anforderungen eines Babies nicht mehr gewachsen zu sein?
Ich kanns kaum glauben, meine Mutter hat selbst 3 Kinder grossgezogen und meine Schwester hatte zu dem Zeitpunkt einen Sohn von fast 3 Jahren. Da wär doch eine Möglichkeit gewesen, das Baby zu umsorgen, zu behüten und aufwachsen zu lassen?
Oder haben sie sich deswegen für mich entschieden, weil keiner sich sicher war, dass er mein Baby lieben kann?
Wäre ich wirklich die Einzige gewesen, die meinem Kind die Liebe hätte schenken können, die es gefordert hätte?
Hätte nur ich mein Kind wirklich bedingungslos lieben können, kein anderer mehr aus dem Rest meiner Familie?
Sind die Fragen die ich stelle berechtigt oder versteckte Vorwürfe?
Das frag ich mich schon seit 18 Jahren!!!
Die Sorge meiner Mutter um mich konnt´s nicht gewesen sein, das hab ich spätestens kurz vor der Beerdigung meines Sohnes bemerkt.
Ja, Ihr lest richtig, Beerdigung!!
8 Monate waren mir mit meinem Baby vergönnt, 8 wundervolle Monate.
Eine Schwangerschaft ohne Probleme, ein gesundes Baby, es war alles so perfekt.
Dann gings mir schlecht, Schmerzen kamen und gingen nicht mehr.
Man brachte mich zum Arzt, der mich behandelte auf ein Magengeschwür.
Dabei waren es die ersten Wehen die ich hatte, mein Baby signalisierte, dass es ihm nicht gut geht, er übersah es einfach. Das war Freitags.
Montags kam ich ins Krankenhaus, mein Zustand hatte sich zusehends verschlechtert. Da sofort auf die Entbindungsstation. Ich wurde behandelt und meinem Baby ging es wieder besser. Gott sei dank, die Sorge um mein Kind machte mich fast verrückt.
Der nächste Tag auch noch alles wunderbar. Ich dachte wir schaffens, im Krankenhaus kann uns nichts mehr passieren, die Ärzte sind da.
Welch ein Irrtum, anstatt zu handeln, warteten sie ab, unser Gesundheitszustand verschlechterte sich drastisch und dann starb mein Kind.
An einem Mittwochnachmittag im Juni 1986 starb mein Sohn, weil Ärzte mein Leben retteten, während seines beachtungslos war.
Jetzt nachdem mein Baby gestorben war, da legten sie mir den Wehentropf an, versuchten, die Geburt einzuleiten, welch ein Hohn.
Ein Faustschlag in das Gesicht einer Mutter. Die Begründung für diese Entscheidung, ich sei ja noch jung, könne immer noch Kinder bekommen, brutal, gefühllos, wurden mir diese Worte ins Gesicht geschleudert.
[COLOR=chocolate][size=12][B]Ich wollte keine anderen Kinder, ich wollte meinen Sohn, jetzt, lebend!!!
Der Schock war zu viel, ich verkraftete es nicht, nun reagierten die Ärzte um mein Leben zu retten. Ich kam auf die Intensivstation, nein stimmt nicht, wir kamen auf die Intensivstation, mein totes Kind und ich.
2 Wochen lag ich dort, schwebte wirklich zwischen Leben und Tod.
Ich wollt nur sterben, wollte zusammen mit meinem Kind von dieser Welt gehn. Aber das Schicksal hatte es anders für mich vorgesehn.
2 Wochen später, war es soweit, 6 Stunden Wehen, 6 Stunden Schmerzen, um ein Kind zu gebären, dass ich schon lange verloren.
Ich durfte das Schönste erleben, was eine Frau im Leben erleben kann.
Sie haben geboren, zur Welt gebracht, einen Jungen mit schwarzem Haar.
Das waren die Worte des Arztes, als ich ihn fragte, ob es Junge oder Mädchen sei.
Denn alles was ich als Erinnerung habe, an meinen Sohn, sind grüne Laken von einer Hebamme weggetragen.
Ich durft ihn nicht sehen, nicht berühren, nicht fühlen, mich nicht verabschieden, konnt ihm nicht sagen, Mama ist da, Mama hat Dich lieb!
Untersucht im Namen der Wissenschaft, wegen der Statistik, wurde der kleine Mann. Dann kam die Ärztin und meinte zu mir, jetzt kannst Du ihn haben, jetzt gehört er Dir.
Ich war immer noch im Krankenhaus, zu schwach um für meinen Sohn zu sorgen. Dieses unschuldige Wesen, das starb bevor es richtig lebte, meinen Sohn musste ich nun beerdigen.
Ich rief meine Mutter an, sagte ihr Bescheid. Sie versprach mir alles zu regeln.
Dann ihr Rückruf, alles ok, Dein Sohn wird beerdigt, abends um 6, wenn nicht mehr soviele Leute auf dem Friedhof sind.
Ich sagte wie bitte, kann nicht sein!!! Sie antwortete, doch, das Institut hebt das Grab aus, legt den Sarg hinein, dann wird das Grab wieder zu geschaufelt. Ach übrigens, Dein Kind kommt zu Deinem Vater ins Grab.
Ja und der Pfarrer, was ist mit ihm. Sie ganz erstaunt, Pfarrer warum???
Kein Pfarrer wird da sein, nur das Beerdigungsinstitut, dein Stiefvater und ich.
Ich dachte nur, das kann nicht sein, verscharren mein Kind, wie Dreck im Loch.
Das unschuldigste Wesen überhaupt, ganz ohne Schuld, sollte Abfall sein.
Ich war einem Amoklauf nah. Glaubs oder lass es sein. Aber es ist wahr!!!
In Tränen aufgelöst und fast hysterisch fand mich eine Schwester und fragte was sei.
Ich erzählte was gerade geschah, sie tröstete mich und bot mir Hilfe an.
Sie vermittelte mir die Tel.-Nr. eines katholischen Pfarrers, ich gab sie an meine Mutter weiter, mit der Bitte mit ihm zu sprechen, ihm zu erklären.
Das tat sie dann auch, doch der Pfarrer lehnte ab, Kind tot geboren, nicht gelebt, nicht getauft. Keine Beerdigung möglich.
Die Schwester werd ich nie vergessen, ich bin ihr so dankbar für alles was sie für uns tat.
Sie telefonierte selber, fand eine Pfarrerin, mit der sie sprach.
Die Geistliche, sie kam, zu mir ins Krankenhaus, wir sprachen über das Geschehene, sie würde mein Kind beerdigen mit Anstand und Würde, wie es sich gehört.
Ich informierte nach diesem Gespräch meine Mutter, die nur entsetzt reagierte darauf. Wieso Pfarrer, wieso richtig beerdigen, warum soviel Aufwand, dein Kind war doch tot.
Niemand verstand, ausser der Schwester und der Geistlichen, wie ich empfand.
Nur 2 schöne Dinge verbinde ich mit meinem Kind: Einmal das Wissen, es ist nicht allein in seinem kalten Grab, mein Vater ist bei ihm, der Mensch, den ich, ausser meinem Sohn am liebsten hab und das Wissen, beide wiederzusehen, lieg auch ich in einem Grab.
Darauf freu ich mich, jeden Tag!
Und jetzt beantwortet meine Fragen, wenn ihr darauf antworten könnt
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05.08.2006 03:50 |
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[anonym] unregistriert
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es wäre nur gelogen, wenn ich hier schreiben würde, das mich deine geschichte nicht berührt.
den trost den du brauchst jedoch kann dir kaum einer geben, doch ich fühle mit dir, fühl dich nicht allein.
es ist doch so, das dir die wenigsten auf dieses schwere und lastenträchtige, thema eine antwort geben können.
viele sicher aus angst, oder selbstschutz, aus ignoranz und kälte, andere aus gleichgültigkeit oder weil sie ihr kind garnicht erst sehen wollten.
ich habe 3 töchter, ja und ich liebe sie, eine meiner töchter ist im dezember 1987 geboren und ich bin froh das ich sie alle hab.
um so mehr kann ich verstehen wie du dich fühlen musst, denn 2 meiner schwangerschaften verliefen mit großer angst um meine babys...
heute verabschiede ich mich immer mit den worten, mädels ich hab euch lieb, denn niemand wird mir sagen können, wann das schicksal sie mir aus den händen reißt, keiner ist davor gefeiht....
doch eines sage ich dir, ich bin sicher, er weiß es, und wo auch immer er gerade ist, er hat deinen schmerz vernommen und er fühlt sich von dir geliebt.
auch ich habe auf andere weise schon geliebte menschen verloren die aus dem leben gerissen worden sind, doch wenn ich die augen schließe,
wenn ich in mich gehe, spüre ich wie all gegenwertig sie sind....
dein sohn, ja er wird immer bei dir sein, und auch wenn du ihn nie spüren durftest, nie lachen hören konntest, so glaube mir, er lacht in deinem herzen, vielleicht sogar lauter als manch trauriges kind auf dieser erde....
hörst du ihn?
du bist nicht allein
und auch wenn ich dir nie den trost geben kann, auch wenn ich es doch so sehr wollte,
so sollst du wissen, ich versteh dich....
eins noch, es ist mutig von dir das du dich entschieden hast deine geschichte hier nieder zu schreiben, denn nur so können die menschen lesen, was leid heißt....und vielleicht öffnet der eine oder andere dadurch seine augen, ohren, oder gar sein herz....dafür sage ich danke
für deine größe und stärke die du damit zeigst
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06.08.2006 08:54 |
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[anonym] unregistriert
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noch ein paar worte möchte ich den ersteren hin zu fügen:
freue dich nicht auf den tag an dem du zu deinem sohn und vater gehen kannst, nein, freue dich darüber das du hier bist und weißt das sie in deinem herzen sind!
es wird die zeit kommen, dann seit ihr eins mit all euren sinnen!
du bist doch im herzen bei ihnen, so wie sie bei dir sind!
öffne dich für neue gefühle, sorge dich nicht.....
wer kann das schon von sich sagen, was du erleben musstest....
soviel kälte gibt es unter uns menschen, viele davon sind dieser gefühle die du hier nieder schreibst garnicht fähig.....das allein macht dich besonders.....
noch was, die ärtze haben das getan was sie in diesem augenblick nur für richtig hielten, mach ihnen keinen vorwurf, denn am ende war es auch für sie mit sicherheit kein leichtes los, .....
deine mutter dagegen , sie halte ich eher für hilflos, wie sollte sie damit umgehen, sicher hat sie dir den beistand den du gebraucht hast nicht geben können, ja das verstehe ich durchaus , das du damit immer noch ein problem hast.
ich kenne es, denn auch meine mutter verschließt sich gern vor den gefühlen und emotionen anderer, doch immer wieder stelle ich fest, sie tut es aus purem selbstschutz...
manche menschen sind eben wie unsere mütter, nicht in der lage ihr herz auf der zunge zu tragen und nicht in der lage trost zu geben
weißt du wie sie gelitten hat, dich so leiden zu sehen, vielleicht war ihre art in diesem moment für dich kühl und unbedacht,
aber wer weiß, vielleicht hat sie als mutter nur an dich gedacht....
alles was darüber hinaus ging, wuchs ihr vielleicht über den kopf und so hat sie sich als mutter verhalten, nicht als freundin, nicht als oma....
wenn wir in alle seelen schauen könnten, dann wüssten wir mehr....
der himmel hat die sonne..... es ist wie ein lachen aus unserem herzen....
der himmel hat den regen....es ist wie tränen aus unseren augen.....
dir alles liebe.....
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06.08.2006 20:08 |
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wenn wir in alle seelen schauen könnten, dann wüssten wir mehr....
der himmel hat die sonne..... es ist wie ein lachen aus unserem herzen....
der himmel hat den regen....es ist wie tränen aus unseren augen.....
dir alles liebe.....
wollen wir denn wirklich alles sehen?
Deine Geschichte läßt mich kaum atmen,
nur leise versuche ich meine Emotionen zu ordnen.
Sieh nicht nur nach hinten in die düstere Vergangenheit...
Denn deinen sohn,
auch wenn andere ihn nicht mehr sehen ist immer in deinem Herzen.
Hilf deiner Mutter aus ihrer Isolation heraus zukommen.
Gibt ihr nicht stumm den Vorwurf und baue eine Brücke,
sie leidet mehr als du glaubst.
Es ist schwer,aber wenn du ihr hilfst,
dann hilfst du letztendlich dir.
dein Kummer wird endlich zur Ruhe kommen und dein Leben wieder
fröhlicher werden...
Ich weiß,das du eine starke Frau bist,immer sein mußtest
und auch dich ausruhen magst.
Noch diesen einen Weg,und deine Seele findet Ruhe..
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07.08.2006 11:51 |
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Ich schau nicht in die Vergangenheit,
auch, wenn diese Wunde nie verheilen kann,
aber ich lebe in der Gewissheit, dass ich mein Kind wiederseh.
Umsorgt, behütet und geliebt von meinem Vater,
der meinem Kind auf diesem Weg vorausgegangen ist.
Was mir hier auf Erden verwehrt blieb, für mein Kind zu sorgen,
übernahm mein Vater für mich mit Freuden.
Das ist der Grund, warum ich mich auf meine beiden Lieben freue,
am Ende meiner Tage, weil ich weiss,
dass ich meinen tollen Sohn wiedersehe,
auf welchen ich mehr als Stolz sein
kann und meinen Vater, der ihn so liebevoll erzogen hat,
wie mich!!!
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07.08.2006 15:08 |
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Ich hab meiner Mutter immer diese Brücke gebaut,
Tag für Tag und Jahr für Jahr,
auch heute noch,
aber ich kann sie nicht zwingen,
über die Brücke zu gehen.
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07.08.2006 15:10 |
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Reden wir über Gefühle und Empfindungen...,
oder Gewallt und Kontrolle?
Nein,zeig ihr ...das du ihr vergibst und hilf ihr damit
aus ihrem Schneckenhaus.
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07.08.2006 15:19 |
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Ich hab meiner Mutter vergeben,
das weiss sie seit vielen Jahren,
ich bau ihr auch immer wieder
die Brücke,
aber,
solange sie nicht dazu bereit ist,
darüber zu gehen,
solange wird sich nichts ändern.
Ich kann die Schritte, nicht für sie tun.
Ich kann ihr dabei nur behilflich sein
und das bin ich,
dass weiss sie und nicht nur sie.
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07.08.2006 19:52 |
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