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Plötzlich Opa, dann kam der Tod |
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Plötzlich Opa, dann kam der Tod
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Man freut sich darauf, hey, du wirst Opa. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Das zu erwartende Enkelkind kommt zu früh zur Welt, 17 Wochen. Gott sei dank, es lebt. Viel zu klein, ein Schock beim ersten Besuch für Oma und Opa. Kleine zierliche Hände und Füße, man hat Angst in den Inkubator zu schauen. Aber es lebt! Hoffnung keimt auf. Es kämpft, zeigt den Willen zum Leben. Machtlos steht man daneben, das piepsen der Geräte zerrt an den Nerven. Jedes mal ein Schock wenn der Ton sich verändert. Was ist los? Es wird wieder normal, Gott sei dank.
Ärzte, Schwestern und Eltern tun alles, damit eine Weiterentwicklung stattfindet. Sie geben all ihre Liebe. Alles sieht gut aus? Jetzt schon 6 Wochen. Probleme mit der Sauerstoffsättigung. Ein Loch im Herzen. Nottaufe! Schock!!! Eine Operation wird nötig. So klein und schon operieren, ob das gut geht? Nach dem auf und ab, Gewichtszunahme, Agilität, erste Versuche des Lächelns, ein erster Versuch die kleinen Äuglein zu öffnen, ein erstes schäkern. Den kleinen „Wurm“ ins Herz geschlossen. Jetzt das!
Entscheidung muss her. Operation hier? Team aus Münster soll kommen. Ärztestreik!! Verlegung nach Münster, hohes Risiko. Dann Abschied, der Krankenwagen rast los. Opa und die Eltern hinterher. Ankunft in Münster, boooh, alles gut gegangen. Warten, Unsicherheit. Nach vielem hin und her plötzlich die Entscheidung. Wir operieren noch heute. Fahren sie nach Hause, sie können im Moment nichts tun. Mit einem sehr schlechten Gefühl im Magen, der Weg nach Hause.
Der Tag danach. Völlige Veränderung. Es schläft, Künstliches Koma. Verständlich? Sauerstoffwerte besser. Ruhigstellung zur Vermeidung von Komplikationen. Erst mal glücklich.
5. Tag, die Realität holt einen ein. Verschlechterung, Wasser lagert sich im Körper ab. Völlige Veränderung.
6. + 7. Tag. Es wird immer dicker. Das Wasser wird immer mehr. Ein grausames Bild der Veränderung. Kein Stuhl, kein Harn. Noch immer Hoffnung?
8. Tag, Tag der Wahrheit. Polizei bei den Eltern, dingend nach Münster kommen. Dramatische Änderung. Fahrt nach Münster, Gedanken kreisen, Szenarien vor Augen, gegenseitige Beruhigung und Mut zu sprechen.
Der Schock. Wir können nichts mehr tun. Entscheidung. „Leben oder Tod“? Schwerste Behinderungen bleiben, alleine und ohne Geräte nicht lebensfähig.
…………………………………………………………………………. Ruhe. Zwei Augenpaare schauen mich an, „Papa hilf uns“. …………………………. Gelähmt. Aufklärung durch die Ärzte, ein Sozialarbeiter ist auch dabei. Gespräch unter sechs Augen. Ratlosigkeit. Emotionen kommen hoch, Umarmung, Mut zu sprechen, überlegen.
Oma und Opa 2 verständigen, Oma 1 abholen, warten bis alle da sind. Wieder Gespräch, diesmal mit allen. Bemerkung von Opa 2, „habe es gewusst, es hat verkackt“. Schock steht allen ins Gesicht geschrieben.
Entscheidung. Im Familienkreis besprechen, Lösung finden, die Kinder in ihrer Entscheidung unterstützen, akzeptieren der Entscheidung und mit tragen. Das Gewicht ist sehr schwer.
Der Abschied. Nach Hause gehen oder bis zum Schluss begleiten? Nach einem Gespräch unter sechs Augen dann der Entschluss. Wir begleiten es auf diesem letzten Weg. Verabschiedung der Grosseltern vom so lieb gewonnenem. Die Zeit viel zu kurz.
Es war ein Abschied für immer. Lebewohl, du kleine Maus, hab dich unheimlich lieb.
Die letzten Stunden. Vater, Mutter und Kind. Was mag wohl sein? Die Frage nach der Qual? Beide kümmern sich fürsorglich um das Kind. Der erste und letzte Kontakt, beide nehmen das Kind auf ihren Bauch, Haut an Haut. Dem Kind das Gefühl geben das es nicht alleine ist, dass es geliebt wird und dass es gewollt war. Die Geräte machen einen verrückt. Die Werte gehen immer weiter runter. Abschalten. Sie merken dass das Ende kommt.
Das Ende. Nach vier Stunden ist es so weit. Gott hat sie zu sich geholt. Ein letzter Abschied. Ein erstes und letztes Bad, ein erstes und letztes wickeln, ein erstes und letztes anziehen. Die Gefühle sind außer Rand und Band.
Ein letztes Foto mit allen dreien. Ein schwerer Gang für alle drei, ohne Wiederkehr.
Nach einem Anruf, mitten in der Nacht, bitte hol uns ab, wir halten es hier nicht mehr aus, die Fahrt nach Münster und wieder zurück. Beide sind geschafft, psychisch und körperlich. Betretene Stille während der Fahrt nach Hause.
Danach. Bestürzung, Trauer, Trost, Organisation des letzten Stück Weges von dieser Welt.
Das Schlimmste kam noch, die Beerdigung.
So passiert am Anfang des Jahres, bis jetzt noch nicht verarbeitet.
Gönne keinen so einen Schicksalsschlag, auch meinem ärgsten Feind nicht!
Wo findet man Hilfe? Kann man das irgendwann verarbeiten? Ich weis es nicht!
Eine kleine Hilfe für Betroffene im Internet:
Sernenkinder
Muschel
Lalelu
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22.09.2006 12:30 |
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[anonym] unregistriert
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RE: Plötzlich Opa, dann kam der Tod
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Trost,Zuspruch oder Hilfe bei der Aufarbeitung gibt es sicherlich unzählig.
Doch wo beginnen...?
Kirchen mit Seelsorgern,Beratungsstellen,der Hausarzt,Freunde,
die Familie,die Anlaufstellen der Krankenkassen...
Es ist von Fall zu Fall unterschiedlich und bedarf vor Ort der genauen
Therapie.
Geh bitte zu deinem Arzt deines Vertrauens und vertrau dich ihm an.
CW
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22.09.2006 13:56 |
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[anonym] unregistriert
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Ich kann mit Dir fühlen. Meine Zwillinge kamen 10 Wochen zu früh auf die Welt.
Es gab auch eine Zeit des Bangens, doch Gott sei Dank ging alles gut. Die Beiden sind inzwischen 9 Jahre alt, und zum Glück normal entwickelt.
Es ist sicherlich sehr, sehr schwer, so ein Erlebnis zu verarbeiten.
Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt, diesen Schicksalsschlag zu überwinden.
Fühl Dich gedrückt, und ich hoffe, es hilft ein wenig, dass Du darüber reden kannst und merkst, es gibt Menschen die mit Dir fühlen.
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22.09.2006 22:09 |
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[anonym] unregistriert
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Ich kann sehr gut nachempfinden, wie hilflos und verzweifelt man sich fühlt, wenn man sein Kind verliert.
Ich habe meinen Sohn selbst verloren, schon vor 18 Jahren, aber der Schmerz ist mit den Jahren nicht weniger geworden, sondern immer noch in der gleichen Stärke vorhanden.
Jedes Erinnern bringt ihn wieder zurück, in aller Deutlich- und in aller Heftigkeit und mit den selben bitteren Tränen, die auch 18 Jahre danach, nichts von ihrer Trauer verloren haben.
Du siehst, ich kann den Schmerz, die Emotionen, die Hilflosigkeit sehr gut nachempfinden, aus eigener Erfahrung, aber, eines muss ich leider sagen, ich persönlich finde es sehr schade, dass Du von dem Kind als Es sprichst.
Nenn es bei seinem Namen, den es durch die Nottaufe erhalten hat. Euer Enkelkind hat gelebt, es war kein Ding ohne Namen.
Tut mir leid, wirklich, dass ich diese Worte schreibe, aber es macht mich genauso betroffen, das das Kind auf eine Sache, ein Ding reduziert wird, wie das was euch widerfahren ist.
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26.09.2006 06:36 |
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[anonym] unregistriert
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Ich möchte mich an dieser Stelle für deinen Trost und dein Verständnis bedanken.
Es fällt mir immer noch schwer mich darüber zu äussern.
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26.09.2006 12:15 |
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[anonym] unregistriert
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Auch dir möchte ich hier danken und glaub mir, ich kann deinen Schmerz sehr gut nachempfinden.
Ich möchte dir auch sagen, das ist kein Ding für mich. Es ist und bleibt meine kleine Maus.
Ich habe diese Art gewählt, um hier eine Anonymität für die Eltern zu waren, diese haben auf den angegebenen Seiten auch ihren kleinen Schatz verewigt und suchen, wie viele andere dort auch, ihren Schmerz mit ihnen zu teilen, sich gegenseitig zu trösten und Kraft zu geben.
Ich hoffe das du das verstehst und es nicht mehr als Ding siehst.
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26.09.2006 12:23 |
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[anonym] unregistriert
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Danke für Deine Erklärung.
Sei Dir gewiss, ich habe Dein Enkelkind nie als Ding angesehen, deswegen hat es mich ja auch so betroffen gemacht.
Ich hab die Kleine während des Lesens Deines Beitrages vor meinen Augen gesehen, hab mit ihr gelitten, mit ihr gekämpft, und mit Euch geweint, als dieses kleine süsse Wesen seinen Kampf verloren hat.
Doch eines sei Dir gewiss, da wo die kleine Maus jetzt ist, das gibt es keine Schmerzen, kein Leid, keine Trauer, da gibt es nur glücklich sein, Sonnenschein, eine grüne Wiese, wo all die Kinder spielen, ihr fröhliches Lachen in den Himmel schallt und eine unglaublich Freude und Liebe zu spüren ist.
Und ich weiss, wenn der Tag für mich gekommen ist, wird mein Sohn am Ende der Brücke stehen, die beide Welten miteinander verbindet, auf seine Mama warten, bis sie endlich die Brücke überschritten hat und ihr voll Freude und Glück in die Arme fallen, sich hochheben und von ihr herumwirbeln lassen, so wie es uns auf Erden keine einzige Sekunde vergönnt war.
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30.09.2006 14:05 |
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[anonym] unregistriert
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Größe ist es auch über scheinbare Kleinigkeiten zu reden,
Edelmut und Wärme findet dich und in dem Trost,
den andere dir geben wieder,
so findest du einen Weg,
der dir die Kraft gibt ,
erlebtes zu verarbeiten und zu verstehen...,
miteinander liebevoll umzugehn.
Und anderen zu helfen...,
die bisher nicht die Kraft gefunden hatten,sich hier zu äußern...
CW
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01.10.2006 13:10 |
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[anonym] unregistriert
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Ein Kind zu verlieren, ist vom Schmerz, den Emotionen die man empfindet, meines Erachtens mit nichts zu vergleichen.
Dieser Schmerz, die Sehnsucht nach dem Kind, welches man verloren hat, verlassen Dich nie, dies sind Wunden, die nicht verheilen, ja noch nicht einmal vernarben, glaub es mir.
Mein Sohn wurde vor 18 Jahren tot geboren, ich hab noch nicht einmal ein Bild von meinem Kind und mittlerweile noch nicht einmal mehr ein Grab, das ich besuchen kann.
Alles was ich habe sind die Erinnerungen an die Zeit der Schwangerschaft, die so tragisch endete und an grüne Laken, die man nach der Geburt weggetragen hat.
Und doch hab ich tief in meinem Herzen ein Bild von meinem Sohn. Das Bild eines glücklichen kleinen Jungen, der spielend über eine grüne Wiese rennt, umgeben von anderen Kindern und umhüllt von meiner Liebe, die ich in meinem Herzen für ihn fühle.
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01.10.2006 16:49 |
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